Bericht zur Turnfahrt

Sieben Eidgenossen auf dem Rütli

Die Turnfahrt vom 14./15. September 2013

Text: Andreas Scheuner   Fotos: Hanspeter (Pudding) Baillif

Jedes Schweizer Schulkind hat schon einmal auf einer Schulreise das Rütli besucht. Jedes Schulkind? Von uns sieben Turnfahrern waren die meisten alllerdings noch nie dort .Für diejenigen war jetzt die Gelegenheit, dies nachzuholen.
In Flüelen steigen wir aus dem Zug, um den Weg der Schweiz unter die Füsse zu nehmen. Das Ziel ist vorerst Sisikon, wo wir dann mit dem Schiff weiterkommen wollen. Der gut gebaute Weg führt in einem gemässigten Auf und Ab dem See entlang. Die Wolken über den Bergen ergeben immer wieder von neuem eine wundervolle Stimmung. Plötzlich zwingt uns eine Umleitung wegen Steinschlags hinauf auf die Hauptstrasse. Hier müssen wir durch einen 300 Meter langen Strassentunnel .Dann geht es aber wieder in den Wald hinunter und bald kommen wir zu einem Rastplatz, auf dem ein Glockenturm steht.  Jede volle Stunde kann man verschiedene Melodien programmieren, so z.B. die Nationalhymne und den Bernermarsch. Davon machen wir und andere Besucher gebrauch. Ein junger Kater streicht uns um die Beine und will etwas von unserem Essen abbekommen. Aber auch ein gnadenloser Krieg gegen die Wespen wird ausgefochten.
Weiter geht es nach wie vor dem See entlang, an der Tellskapelle vorbei zu einer Schiffstation mit einer Einkehrvorrichtung. Hier können wir den angesammelten Durst löschen. Wir geniessen einen herrlichen Blick über den Urnersee. Jetzt folgt noch ein ca. einstündiger Marsch nach Sisikon. Hier gilt es, die Zeit abzuwarten. Einige Turner vertreiben sich die Zeit damit, einander mit Steinchen zu bombardieren und den halben Wegbelag in den See zu schütten. Das kleine Schiff „Mythen“ bringt uns nach Brunnen. Hier finden wir einen Soft Ice-Stand, und weil wir allem widerstehen können, nur keinen Versuchungen, besorgen wir uns was zu schlecken.

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Bald dampft die „Unterwalden“ heran und bringt uns zum Rütli. Nachdem wir feierlich geschworen haben, (siehe Foto), können wir im nahe gelegenen Restaurant dem Durst vorbeugen. Nun beginnt ein langer Aufstieg nach Seelisberg. Pudding und der Schreibende werden schon bald abgehängt. Im Dorf ist eine Fete im Gange, an der wir aber nicht teilnehmen. Jetzt haben wir noch etwa drei Kilometer zurückzulegen bis zu unserer Unterkunft. Unser Ziel ist ein Bauernhof, der Schlafen im Stroh anbietet. Im ehemaligen Stall können wir unser „Zimmer“ beziehen. Ein Mann und drei Kinder sind weitere Gäste. Zum Nachtessen gibt’s Salat, Älplermaccaroni und Apfelmus. Auch einen guten Wein hat der Wirt im Angebot. Der spätere Abend wird mit Kartenspielen verbracht. Der Schreibende legt sich schon bald ins Stroh.

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Soweit ich weiss, hatten alle eine ruhige Nacht verbracht. Es hatte geregnet, aber am Morgen sieht es wieder besser aus. Nach dem Frühstück machen wir unser Lager sauber und machen uns auf den Weg. Der geht schon bald steil, aber gut ausgebaut, nach Bauen hinunter. Das schöne Dorf ist der Geburtsort von Alberik Zwyssig, dem Komponisten der Nationalhymne. An einer Stelle ist der Weg wieder verschüttet, und wir müssen abermals in einen Strassentunnel ausweichen. Bewundernswert, was die Ingenieure und Arbeiter im Strassenbau am Urnersee alles  geleistet haben. In Isleten kommt die wohlverdiente Rast im Seerestaurant. In diesem Dorf gab es früher eine Dynamitfabrik von Alfred Nobel.  Er liess Sprengstoff für den Ausbruch des Gotthard-Eisenbahntunnels herstellen. Weiter geht es dem See entlang Richtung Seedorf. Dann folgt das Reussdelta, eine wilde Gegend, wo man noch seltene Vögel beobachten kann. Pudding und der Schreibende schalten eine Pause ein. Die Anderen sind inzwischen schon in Flüelen eingetroffen.  An dieser Stelle eine Bitte an die Jüngeren: Wartet ab und zu auf uns Alte. Für uns macht es mehr Spass, zusammen zu rasten und ans Ziel zu kommen (muss ja nicht in Einerkolonne sein). In Flüelen geht es auf den stattlichen Dampfer „Stadt Luzern“, der uns in zweieinhalb Stunden nach Luzern bringt. Erstaunlich, wie ruhig die alten Schlachtrösser über den See fahren. Oder man kann schon fast sagen „gleiten“.  Die meisten von uns geben sich dem Kartenspiel hin. In Luzern besteigen alle den Zug nach Bern, wo für den Schreibenden die Turnfahrt zu Ende geht.
An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Beat fürs organisieren dieser abwechslungsreichen Reise. Es war einfach

                      F  a  n  t  a  s  t  i  s  c  h  !

Die sieben Eidgenossen: Pudding, Beat, Jan, Kevin, Pascal, Thomas, Res   DSC05446   DSC05494